Rayyane Tabet - BRUCHSTÜCKE

25. November 2017 bis 18. Februar 2018
Photogtaph of Faek Borkhoche holding the snake he found in his tent while working as a secretary in Tell Halaf on the archeological expedition of Max von Oppenheim. June 12, 1929. Courtesy of Arlette Borkhoche Tabet and the artist.Photogtaph of Faek Borkhoche holding the snake he found in his tent while working as a secretary in Tell Halaf on the archeological expedition of Max von Oppenheim. June 12, 1929. Courtesy of Arlette Borkhoche Tabet and the artist.

Rayyane Tabet (*1983, lebt und arbeitet in Beirut) untersucht in seinen Arbeiten die Verschränkungen kleiner Geschichten und großer Ereignisse durch Form und Matrial. Sein vornehmlich skulpturales Werk zeichnet sich durch archäologische Akribie im Umgang mit Kulturgeschichte aus. Dabei vermengt er die offizielle mit persönlicher Geschichte, um den Blick auf kaum zur Kenntnis genommene Erzählungen und Zufälle zu lenken.

Die Ausstellung BRUCHSTÜCKE / FRAGMENTS konzentriert sich auf die Geschichte des syrischen Siedlungshügels Tell Halaf, der durch den deutschen Diplomaten und Orientalisten Max von Oppenheim entdeckt wurde. Tabets Urgroßvater arbeitete für sechs Monate als Sekretär von von Oppenheim während seiner Expedition und sammelte im Auftrag der französischen Regierung Geheimdienstinformationen.

Indem Tabet die welthistorischen, expansionistischen und strukturellen Zusammenhänge mit der eigenen Familiengeschichte verknüpft, eröffnet er einen Blick auf die untrennbaren Verbindungen zwischen individueller und kollektiver Geschichte und zwischen Kolonialismus und internationaler Politik heute. Aus der Spionagegeschichte entspinnt der Künstler eine übergeordnete Erzählung über kulturellen Austausch und Mobilität.